Lage, Lage, Lage. Und ein stetiger Wertzuwachs. Was noch bis vor Kurzem für Immobilien als Faustformel galt, ist einer neuen, komplexeren Realität gewichen. Wer den Wert seiner Immobilie erhalten oder diese zu einem guten Preis verkaufen will, muss dafür sorgen, dass sein Objekt energetisch „up to date“ ist. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum eine energetische Sanierung eine sinnvolle Investition ist und welche Möglichkeiten Sie bei der Finanzierung haben.

Inhalt

Warum íst die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien wichtig?

Energetische Sanierung: Kosten vs. Nutzen

Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Ein individueller Sanierungsfahrplan gibt Orientierung

Energetische Sanierung: eine Beispielrechnung

Mit staatlicher Förderung für die energetische Sanierung zur nachhaltigen Immobilie

Individuelles Paket für die energetische Sanierung Ihrer Immobilie

Warum ist die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien wichtig?

Mit dem Klimaschutzgesetz hat sich Deutschland verpflichtet, bis 2045 CO₂-neutral zu sein. Bereits 2030 sollen 65 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990. Für den Gebäudesektor, der aktuell für 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich ist, bedeutet dies eine grundlegende Transformation. Denn knapp zwei Drittel aller Immobilien in Deutschland wurden vor 1979 errichtet. Sie stammen damit aus einer Zeit, als der Gesetzgeber noch fast keine regulatorischen Anforderungen an den Energieverbrauch von Gebäuden gestellt hat. Entsprechend groß sind die Potenziale, oder je nach Betrachtungsweise: der Handlungsbedarf, bei der energetischen Sanierung von Bestandsbauten.

Energetische Sanierung: Kosten vs. Nutzen

Investitionen in die energetische Sanierung einer Immobilie kosten erst einmal Geld. Doch schlägt ein Verzicht auf die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen ebenfalls zu Buche. Und dies gleich in mehrfacher Hinsicht.

Denn erstens haben nicht-sanierte Gebäude einen höheren Energiebedarf, der sich in höheren Energiekosten niederschlägt. Damit nicht genug: Wie fragil unsere Versorgung mit fossiler Energie ist und welche Preissprünge möglich sind, haben die letzten Monate sehr deutlich gemacht.

Der Preis des Nichtstuns wird stetig steigen. Denn ohne bauliche Ertüchtigung sinkt der Wert einer Immobilie. Nehmen wir zur Veranschaulichung eine Doppelhaushälfte in Rheinhessen, in den 1950er Jahren gebaut und zuletzt in den 1990er Jahren saniert. Bei diesem Beispielobjekt liegt ein erwartbarer Referenzwert für den Wertverlust des Gebäudes bei bis zu 5.000 Euro – pro Jahr. Denn potenzielle Käufer oder Mieter kalkulieren die höheren Energiekosten eines solchen Objekts ein und verlangen einen Abschlag. Dieser Trend wird sich verstärken, je mehr Bestandsgebäude energetisch saniert werden und so auf den Immobilienmarkt kommen.

Dass Energie teurer wird, ist nicht zuletzt politisch gewollt. So kommt seit 2022 als dritter Faktor zum Preis des Nichtstuns die CO₂-Abgabe hinzu. Aktuell liegt sie bei 30 Euro pro Tonne CO₂. Bis 2026 steigt der Tonnenpreis auf 55 Euro. Daraus ergeben sich schon jetzt beim oben genannten Beispielobjekt durch den CO₂-Ausstoß jährliche Mehrkosten im dreistelligen Euro-Bereich. Diese Mehrkosten werden sich über die nächsten Jahre auf einen vierstelligen Betrag hoch addieren. Die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien wird dadurch finanziell zunehmend zur Pflicht. Doch erschöpft sich Nachhaltigkeit nicht allein in ökonomischen Argumenten. Vielmehr sprechen auch altruistische Motive für eine Modernisierung der eigenen vier Wände.

Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Ein individueller Sanierungsfahrplan gibt Orientierung

Die Fassade dämmen, die Heizung austauschen oder doch lieber die Fenster erneuern? Sanierungsoptionen gibt es viele. Deshalb lohnt sich in einem ersten Schritt ein individueller Sanierungsfahrplan, kurz iSFP. Hierfür kommt ein Energieeffizienz-Experte, zertifiziert durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA), zu Ihnen nach Hause. Er erfasst den Ist-Zustand Ihrer Immobilie in sieben verschiedenen Farb¬klassen, von rot bis grün. Auf dieser Basis erstellt der Energieberater ein Sanierungskonzept, wie sinnvoll aufeinander abgestimmte Maßnahmenpakete für die jeweilige Immobilie aussehen können. Dann entscheiden Sie, welche Prioritäten Sie nach Ihren Vorstellungen und Ihrem Budget setzen möchten. Auch ist es möglich, den Sanierungsfahrplan sukzessive zu realisieren. Dabei gilt: Mit dem ersten Maßnahmenpaket erreichen Sie den größten Mehrwert.

Unsanierte Fassade einer Wohnimmobilie

Nicht nur eine Frage der Fassade: Bei der Sanierung von Immobilien spielen Energieeffizienz-Aspekte eine immer größere Rolle.

Energetische Sanierung: eine Beispielrechnung

Kommen wir zur Veranschaulichung nochmals auf unser Beispielobjekt zurück: Als erstes Maßnahmenpaket empfiehlt der iSFP den Einbau einer neuen Heizung in Kombination mit der baulichen Ertüchtigung des Kellers, der Lüftung und des Warmwassers. Die Sanierungskosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 65.000 Euro. Dafür erhält der Eigentümer eine Förderung in Höhe von 26.000 Euro. Dies entspricht einem Anteil von 40 Prozent. Dem Eigenanteil von 39.000 Euro steht durch die Sanierung eine Wertsteigerung des Gebäudes in Höhe von 45.000 Euro gegenüber. Außerdem reduzieren sich die Energiekosten um 600 Euro und die CO₂-Abgabe sinkt. Unter dem Strich entspricht dies einer jährlichen Rendite von 3,6 Prozent. Auch die Klimabilanz der Immobilie hat sich deutlich verbessert. Denn die CO₂-Emissionen und der Endenergieverbrauch können bei einer solchen Maßnahme um über 70 % sinken.

Mit staatlicher Förderung für die energetische Sanierung zur nachhaltigen Immobilie

Bei der energetischen Sanierung von Bestandsimmobilien profitieren Selbstnutzer und Vermieter von einer Vielzahl an staatlichen Unterstützungsangeboten:

  • Zuschüsse vergibt das BAfA bereits für die Beratung durch einen Energie¬effizienz-Experten. Bis zu 80 Prozent der Kosten des iSFP werden dadurch abgedeckt. Setzen Sie eine der empfohlenen Maßnahmen um, bezuschusst das BAfA Ihren Entschluss gleich mehrfach: durch einen regulären Fördersatz, der von 15 % (z. B. für die Dämmung von Außenwänden) bis 30 % (z. B. für den Anschluss an ein Wärmenetz) reicht, einen weiteren iSFP-Bonus in Höhe von 5 % und durch einen Heizungstausch-Bonus von 10 %. Fördersätze von über 35 % sind somit keine Seltenheit.
  • Von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Eigentümer für die energetische Sanierung ihrer Immobilie einen zinsvergünstigten Sanierungskredit in Höhe von bis zu 150.000 Euro erhalten, Tilgungszuschuss inklusive. Dabei gilt das Effizienzhaus als Maßstab und der Grundsatz: Je mehr Energie die Sanierung einspart, desto weniger Geld müssen Sie für den Sanierungskredit zurückzahlen. Maximal ist ein Tilgungs¬zuschuss von bis zu 52.500 Euro möglich. Dies gilt dann, wenn die komplett sanierte Immobilie ihren Energiebedarf zu 65 Prozent mit erneuer¬baren Energien deckt und sie davor eine besonders schlechte Energieeffizienz hatte.
  • Steuerbonus als Alternative: Über drei Jahre verteilt können Sie 20 Prozent der Kosten für Ihre energetischen Sanierungsmaßnahmen von der Steuer absetzen. Der Maximalbetrag liegt hier bei 40.000 Euro. Eine Kombination mit einer staatlichen Förderung durch die BAfA und KfW ist dann aber nicht möglich.
Altbau vor und nach Sanierung

Nachhaltige Immobilien als eine Win-Win-Win-Konstellation für Klimabilanz, Werterhalt und Energiekosten.

Individuelles Paket für die energetische Sanierung Ihrer Immobilie

Gut für die individuelle Klimabilanz, gut für den Werterhalt der Immobilie, gut für den Geldbeutel bei der nächsten Energiekostenabrechnung: Es gibt viele Gründe, die für die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien sprechen.

Doch was für die entsprechenden Umbauarbeiten gilt, trifft mehr noch auf die Finanzierung zu: Jede Immobilie ist ein Einzelfall. Das Beraterteam der Rheinhessen Sparkasse weiß, worauf es dabei für Sie spezifisch ankommt. Zusammen mit Ihnen entwickeln wir passgenaue Lösungen, die Ihnen den Weg zu einer nachhaltigen Immobilie ebnen. Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich auch staatliche Förder- und Zuschussprogramme.

Sie möchten eine Beratung zu Ihren Möglichkeiten einer energetischen Sanierung? Hier gehts zu unseren Experten:

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