• Mainz bei Wohlstand auf bundesweitem Spitzenplatz
• Gute Wachstumsaussichten für Arbeitsmarkt und Wirtschaft
• Stabiler Arbeitsmarkt trägt zu guten Aussichten im Rhein-Main-Gebiet bei

Dr. Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft DekaBank

Dr. Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft DekaBank

Mainz ist für viele Menschen eine attraktive Stadt. Was in der subjektiven Wahrnehmung der Mainzerinnen und Mainzer selbstverständlich ist, lässt sich mit Zahlen auch objektiv belegen. Die DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen, untersucht in einer aktuellen Studie deutsche Städte mit Blick auf ihre Gesamtattraktivität anhand sozio-ökonomischer Faktoren. Im Rahmen der Untersuchung stellt sie die Städte in vergleichbaren Gruppen gegenüber, um regionale Besonderheiten transparent zu machen. Das Ergebnis bestätigt die hohe Anziehungskraft der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.
Dr. Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft der DekaBank, erklärt: „Bei den betrachteten Indikatoren wurde darauf geachtet, dass sie einen Bezug zur Attraktivität beziehungsweise Bedeutung der Stadt als Wirtschafts- und Immobilienstandort haben. Die Indikatoren sind thematisch in die Themenfelder ‚Wohlstand‘, ‚Arbeitsmarkt‘, ‚Wachstumsperspektiven‘ und ‚Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien‘ zusammengefasst. Dies ist freilich die Betrachtung der Städte aus der Vogelperspektive, die einem aber sicherlich schon ein gutes Gefühl über die Attraktivität des Standortes vermitteln kann.“

Deka-Städteranking

Die Ergebnisse des Deka-Städterankings

Mainz beim Thema Wohlstand führend

Der Wohlstand einer Stadt ist ein zentrales Attraktivitätsmerkmal und zugleich abhängig von den Bedingungen, unter denen die Menschen einer Stadt leben. Mainz kann hierbei in der Gruppe der Städte mit mindestens 200.000 Einwohnern besonders überzeugen. Das höchste Brutto-inlandsprodukt und die höchste Kaufkraft unter diesen Städten sichern der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt den bundesweiten Spitzenplatz im Ranking. Auch die im Vergleich eher geringe Armutsgefährdung trägt zum guten Abschneiden bei. Außerhalb der Vergleichsgruppe braucht Mainz den Vergleich ebenfalls nicht zu scheuen, liegt die Landeshauptstadt doch nur knapp hinter Hamburg und vor Köln.

Regionale Wachstumsaussichten

In die Beurteilung der Wachstumsperspektive fließen die Bevölkerungs- und Beschäftigungsprognose sowie der Anteil der unter 18-Jährigen ein. Aufgrund der guten Prognosen erzielt die rheinlandpfälzische Landeshauptstadt hier ebenfalls einen Platz in der Spitzengruppe. Hinter Freiburg, Bielefeld, Augsburg und Mönchengladbach liegt Mainz auf dem fünften Rang. Mit Blick auf die mittelständischen Unternehmen bestätigt auch die Industrie- und Handelskammer eine gute Lage, die sich in der Investitionsbereitschaft der befragten Unternehmen zeigt: Lag diese im Frühjahr noch bei 29 Prozent, ist sie im Herbst 2018 bei nunmehr 55 Prozent angekommen.

Thorsten Mühl, Vorstand der Rheinhessen Sparkasse

Die Branchenprognose des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) „Zukunft Mittelstand 2018“ sieht kleine und mittelständische Unternehmen weiter auf dem Weg nach vorne. Gründe seien die steigende Umsatzrentabilität vieler Unternehmen, insbesondere in der Digitalbranche. Zudem stiegen die Mitarbeiterproduktivität und die Investitionen in das Anlagevermögen. Thorsten Mühl, Vorstand der Rheinhessen Sparkasse, fügt mit Blick auf die Region hinzu: „Mainz ist weiterhin ein Standort mit ausgeprägter wirtschaftlicher Dynamik, die sich auch in der hohen Anzahl der Beschäftigten widerspiegelt. Besonders erfreulich ist die gute Lage bei Gründungen, die auch Ergebnis des wirtschaftlichen Klimas und der Lebensqualität in der Stadt Mainz sind.“

Erschwinglichkeit des Immobilienmarktes

Michael Weil, Vorstand der Rheinhessen Sparkasse

Für Kenner des Mainzer Immobilienmarktes stellt das im Vergleich zu anderen Städten relativ hohe Preisniveau und die damit einhergehende vergleichsweise geringere Erschwinglichkeit von Immobilien keine Überraschung dar. In der Attraktivitätswahrnehmung profitiert Mainz vom idealen Mix aus gutem Jobangebot, hohem Freizeitwert und vielfältigem kulturellen Angebot der Gesamtregion. Michael Weil, Vorstand der Rheinhessen Sparkasse, sieht für die Zukunft des regionalen Immobilienmarktes allerdings eine nachlassende Dynamik der Preissteigerung: „Wir gehen zwar auch weiterhin von steigenden Preisen aus, allerdings nicht mit solch starken Wachstumsraten, wie in den vergangenen Jahren. Die weiterhin hohe Bautätigkeit ist durchaus in der Lage, die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage signifikant zu verkleinern und so den Preisdruck spürbar zu mindern. Das bezieht sich unter anderem auf die voraussichtlich ab 2020 auf den Markt kommenden Wohnraumangebote in Mainz. Hier wird beispielsweise das Heiligkreuz-Areal Entlastung schaffen.“ Mainz belegt in dieser Kategorie noch einen Platz im unteren Mittelfeld. Neben den sieben größten deutschen Städten, darunter Frankfurt, sind Immobilien beispielsweise in Nürnberg, Lübeck, Aachen, Kiel, Augsburg und Freiburg teurer als in Mainz.

Arbeitsmarkt

Dem Arbeitsmarkt widmet die Analyse der DekaBank ebenfalls ihre Aufmerksamkeit. Mainz reiht sich hier mit guten Ergebnissen in die Metropolregion Rhein-Main ein und bestätigt zusammen mit Frankfurt und Wiesbaden die guten Arbeitsmarktprognosen zwischen Rheingau, hessischem Ried und Rheinhessen. Doch auch im bundesweiten Vergleich schneidet Mainz gut ab: Gleichauf mit Augsburg muss sich die Rheinmetropole in ihrer Vergleichsgruppe nur Freiburg geschlagen geben. Die Einschätzung zum Mainzer Arbeitsmarkt wird durch die repräsentative Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Rheinhessen im Frühjahr 2018 zu den Beschäftigungsabsichten im Handwerk bestätigt. Über 97 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer stabilen Belegschaft oder sogar einem Personalaufbau.

Hintergrund und Methodik

Im wiederholt durchgeführten Städteranking hat die DekaBank 39 deutsche Großstädte mit mindestens 200.000 Einwohnern untersucht. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden die Städte nach den Kriterien des Immobilien-Analyseunternehmens BulwienGesa entsprechend ihrer funktionalen Bedeutung für den internationalen, nationalen, regionalen oder lokalen Immobilienmarkt in vier Kategorien eingeteilt. Mainz gehört nach dieser Einordnung als wichtige deutsche Stadt mit regionaler und eingeschränkt nationaler Bedeutung und wichtiger Ausstrahlung auf die umgebende Region in die Kategorie der C-Städte. Bereits in vergangenen Jahren erreichte Mainz gute Platzierungen im Städteranking der DekaBank.
Für das Themengebiet Wohlstand wurden vier Indikatoren berücksichtigt: Die Wirtschaftsleistung (gemessen am Bruttoinlandsprodukt), die einzelhandelsrelevante Kaufkraft und die Verschuldung der öffentlichen Haushalte jeweils pro Einwohner sowie die Armutsgefährdungsquote.
Die Auswertung im Themengebiet Arbeitsmarkt umfasst vier Indikatoren. Neben der wichtigsten Kennzahl, der Arbeitslosenquote, wurden die Arbeitsplatzdichte, der Anteil Hochqualifizierter an allen Beschäftigten sowie die Gründungsintensität – also die Differenz zwischen Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen in Relation zur Einwohnerzahl – berücksichtigt.
Um die Wachstumsperspektiven der Städte quantifizieren zu können, wurden drei Indikatoren ausgewertet: Die Bevölkerungsprognose für die nächsten zehn Jahre sowie die Beschäftigungsprognose für die kommenden fünf Jahre wurden jeweils in Form prozentualer Veränderungsraten in die Analyse einbezogen. Als dritter Indikator diente der aktuelle Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen.
Um die Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien einschätzen zu können, wurde das verfügbare Haushaltseinkommen je Einwohner in Relation gesetzt zu den auf Internetportalen geforderten Preisen für Eigentumswohnungen (in EUR pro m²). Wie bei den Indikatoren der übrigen Themengebiete wurde auch in diesem Fall die Kennzahl nicht absolut sondern nur relativ bewertet. Das heißt, es wurde nur die Erschwinglichkeit zwischen den Städten verglichen, es kann auf dieser Basis keine absolute Aussage darüber getroffen werden, ob Wohnimmobilien derzeit allgemein erschwinglich sind oder nicht. Für einen Blick auf absolute Immobilienpreise in der Region stellt die Rheinhessen Sparkasse mit dem Immobilienmarktbericht sowie dem Immobilienpreisfinder umfangreiche kostenfreie Informationstools zur Verfügung.

Preisfinder